585 Gold bedeutet 58,5 Prozent Gold
Die Zahl 585 ist eine Feingehaltsangabe in Tausendteilen. Von 1.000 Gewichtsteilen der Legierung sind 585 Teile Feingold, die übrigen 415 Teile sind andere Metalle. Diese Zusätze bestimmen mit, welche Farbe das Gold hat und wie es sich verarbeiten lässt. Deshalb gibt es 585 Gold als Gelb-, Rot- oder Weißgold, obwohl der Goldanteil gleich bleibt.
Reines Gold ist sehr weich. Legierungen sind haltbarer und werden deshalb für Schmuck häufig verwendet. Wichtig für dich: Die Farbe verrät den Feingehalt nicht. Ein blasses Gelb kann 585 sein, ein kräftiges Gelb auch eine dünne Vergoldung.
585 Gold und 14 Karat: die Umrechnung
Karat teilt eine Legierung in 24 gleiche Gewichtsteile; ein Karat entspricht rund 4,17 Prozent. 14 Karat sind rechnerisch 14/24 = 58,33 Prozent. Gestempelt wird 585, also etwas mehr als der exakte Wert. Deshalb gilt 585 Gold als 14-karätig.
| Karat | Punze (Tausendteile) | Goldanteil laut Stempel |
|---|---|---|
| 8 Karat | 333 | 33,3 % |
| 9 Karat | 375 | 37,5 % |
| 14 Karat | 585 | 58,5 % |
| 18 Karat | 750 | 75,0 % |
| 22 Karat | 916 | 91,6 % |
| 24 Karat | 999 | 99,9 % |
Manche Stücke tragen statt der Tausendteile eine Karatangabe wie „14K“ oder „14 kt“. Gemeint ist dieselbe Stufe. Das deutsche Feingehaltsgesetz sieht auf Schmuck allerdings die Angabe in Tausendteilen vor (§ 5 FeinGehG), und eingeführte Ware mit abweichender Bezeichnung darf nur mit einem zusätzlichen Stempel nach deutschem Recht angeboten werden (§ 6).
Was Gesetz und Norm zu 585 sagen
- Deutschland: Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, angegeben in Tausendteilen. Wird das ganze Stück eingeschmolzen, darf der tatsächliche Gehalt höchstens zehn Tausendteile unter der Punze liegen (§ 5 FeinGehG). Für goldene Geräte ist 585 die niedrigste zulässige Angabe (§ 2).
- Internationale Norm: ISO 9202 (Ausgabe 2019) versteht den Feingehalt als Mindestwert ohne Minustoleranz. Ein Stück mit 585 sollte nach dieser Norm also nicht darunter liegen.
- Hallmarking Convention: Au 585 gehört zu den fünf Feingehalten, die in allen Vertragsstaaten zulässig sind.
- Österreich: 585 ist der niedrigste Goldfeingehalt, der nach dem Punzierungsgesetz 2000 als Edelmetallgegenstand gilt.
Für dich heißt das: 585 ist ein international fest etablierter Feingehalt. Wie genau ein einzelnes Stück die Zahl trifft, hängt in Deutschland aber vom Hersteller ab, nicht von einer Behörde.
Die 585-Punze auf Ring, Kette und Ohrringen
Wo du die Zahl findest, hängt vom Schmuckstück ab:
- Ring: meist innen in der Ringschiene, oft neben einem Herstellerzeichen.
- Kette: am Verschluss, am Federring oder an einem kleinen Plättchen am Ende.
- Ohrringe: an Stecker, Bügel oder Brisur.
- Anhänger: an der Öse oder auf der Rückseite.
Mit Lupe und seitlichem Licht wird auch eine abgetragene Punze lesbar. Achte auf Zusätze direkt neben der Zahl: „585 GP“, „RGP“ oder „GF“ deuten auf eine Goldschicht über einem anderen Metall hin, nicht auf massives Gold. Die Zahl kann sich dann auf die Schicht beziehen.
Bei Ketten lohnt ein zweiter Blick: Verschlüsse werden bei Reparaturen manchmal ersetzt, und eine Punze am Verschluss gehört dann nicht unbedingt zum Rest der Kette. Umgekehrt ist ein Magnet, der am Verschluss haftet, noch kein Beweis für eine Fälschung. Das Gesetz lässt erkennbar andere Metalle, die für mechanische Vorrichtungen wie Federn nötig sind, bei der Feingehaltsbestimmung außer Betracht (§ 8 FeinGehG).
Was die 585-Punze nicht beweist
In Deutschland prüft keine Behörde Schmuck, bevor er verkauft wird. Für die Richtigkeit der Angabe haftet der Verkäufer (§ 7 FeinGehG). Eine Punze ist deshalb eine Aussage des Herstellers oder Händlers, keine amtliche Bestätigung. Sie kann falsch sein, auf einem vergoldeten Stück stehen oder nachträglich eingeschlagen worden sein.
Auch Messgeräte haben Grenzen. Eine Untersuchung in der GIA-Fachzeitschrift Gems & Gemology zeigt, dass die Röntgenfluoreszenz nur die obersten Mikrometer eines Stücks erfasst und bei beschichtetem oder ungleichmäßigem Material nicht das ganze Stück abbildet. Welche Tests was leisten, erklärt der Ratgeber Echtes Gold erkennen.
Wovon der Wert von 585 Gold abhängt
Einen festen Preis für „585 Gold“ gibt es nicht, und die Punze allein nennt keinen Wert. Diese Faktoren spielen zusammen:
- Gewicht und Goldanteil: Wer Schmuck als Altgold verkauft, bekommt in der Regel ein Angebot auf Basis von Gewicht und Feingoldanteil. 585 enthält weniger Gold als 750, aber mehr als 333 oder 375.
- Verarbeitung und Design: Handarbeit, besondere Kettenmuster oder aufwendige Fassungen können über dem reinen Materialwert liegen.
- Steine: Edelsteine und Diamanten werden getrennt bewertet und brauchen eine eigene Prüfung.
- Marke, Alter und Zustand: Signierte Stücke, gesuchte Stile und ein guter Zustand machen einen Unterschied.
Ankaufsangebot, Wiederverkaufspreis und Versicherungswert sind drei verschiedene Zahlen. Mehr dazu auf der Seite Schmuck schätzen lassen.
Nächster Schritt
Unsicher, was auf deinem Stück steht? Mit Punzen per Foto bestimmen bekommst du eine erste visuelle Einordnung von Punze und sichtbaren Merkmalen. Für Verkauf, Erbe oder Versicherung ist eine Prüfung beim Juwelier der verlässliche Weg. Alle Stempel im Überblick findest du im Ratgeber Punzen und Goldstempel; internationale Details stehen auf der Seite zur 585-Punze (Englisch).