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Punzen & Goldstempel

Punzen und Goldstempel: Bedeutung der Zahlen auf Gold- und Silberschmuck

Punzen sind die kleinen Zahlen und Zeichen auf Gold- und Silberschmuck. Hier findest du die Bedeutung von 333, 585, 750, 925 und weiteren Stempeln, erfährst, wie die Kennzeichnung in Deutschland geregelt ist, und warum eine Punze ein Hinweis ist, aber kein Beweis.

Aktualisiert am · Englische Version lesen

Was eine Punze bedeutet

Eine Punze ist ein kleiner Stempel auf Schmuck oder Edelmetallgeräten; in Österreich spricht man von Punzierung. Auf Gold- und Silberschmuck steht meist eine dreistellige Zahl: der Feingehalt in Tausendteilen. „585“ heißt, dass 585 von 1.000 Gewichtsteilen der Legierung Gold sind, der Rest sind andere Metalle. Die internationale Norm ISO 9202 (Ausgabe 2019) beschreibt den Feingehalt genauso: als Mindestgehalt des Edelmetalls in Tausendteilen, ohne Minustoleranz.

Neben der Zahl findest du oft ein Herstellerzeichen, eine Karatangabe wie „14K“ oder Zusätze wie „GP“. Die Punze sagt dir, was angegeben wurde. Ob das Stück diesen Gehalt wirklich hat, zeigt nur eine Materialprüfung.

Tabelle: Goldstempel, Silberpunzen und Platin

Punze Metall Karat / Bezeichnung Anteil laut Stempel Hinweis
333 Gold 8 Karat 33,3 % in Deutschland auf Schmuck zulässig, mehr zu 333 Gold
375 Gold 9 Karat 37,5 % niedrigste britische Goldstufe, 375 (Englisch)
585 Gold 14 Karat 58,5 % mehr zu 585 Gold
750 Gold 18 Karat 75,0 % mehr zu 750 Gold
916 Gold 22 Karat 91,6 % 916 (Englisch)
999 Gold 24 Karat, Feingold 99,9 % reines Gold ist sehr weich
800 Silber – 80,0 % Mindestgehalt für silberne Geräte in Deutschland
835 Silber – 83,5 % in Österreich zulässiger Silberfeingehalt
925 Silber Sterlingsilber 92,5 % mehr zu 925 Silber
950 Platin Pt 950 95,0 % Pt 950 (Englisch)
GP, RGP, GF, vergoldet, Doublé Goldschicht auf anderem Metall – – kein massives Gold, GP (Englisch)

Karat und Tausendteile hängen zusammen: Ein Karat ist ein Vierundzwanzigstel der Legierung, also rund 4,17 Prozent. 14 Karat ergeben rechnerisch 583, gestempelt wird 585. Bei 18 Karat und 750 geht die Rechnung genau auf.

So funktioniert die Kennzeichnung in Deutschland

Grundlage ist das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (FeinGehG) von 1884, zuletzt 2015 geändert. Die wichtigsten Regeln:

  • Jeder Feingehalt ist erlaubt. Gold- und Silberwaren dürfen in jedem Feingehalt hergestellt und verkauft werden. Eine Angabe auf dem Stück ist aber nur nach den Regeln des Gesetzes zulässig (§ 1).
  • Schmuck: Angabe in Tausendteilen. Schmuck aus Gold und Silber darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, dann in Tausendteilen. Wird das ganze Stück eingeschmolzen, darf der Gehalt höchstens zehn Tausendteile unter der Angabe liegen (§ 5).
  • Geräte: Mindestgehalt und eigenes Zeichen. Auf goldenen Geräten ist eine Angabe erst ab 585, auf silbernen ab 800 Tausendteilen erlaubt (§ 2). Ihr Stempelzeichen enthält die Reichskrone, eine Sonne für Gold oder eine Mondsichel für Silber, den Feingehalt und die Firma. Auf Schmuck darf dieses Zeichen nicht stehen (§ 5 Abs. 3).
  • Keine Behörde prüft vorab. Das Gesetz sieht keine amtliche Prüfstelle vor. Für die Richtigkeit haftet der Verkäufer, bei Stempelung im Inland auch das Geschäft, für das gestempelt wurde (§ 7).
  • Importware. Eingeführte Ware mit einer Feingehaltsangabe, die nicht diesem Gesetz entspricht, darf nur mit einem zusätzlichen Stempel nach deutschem Recht angeboten werden (§ 6).

Ein Hersteller- oder Verantwortlichkeitszeichen schreibt das FeinGehG für Schmuck nicht vor. Viele Stücke tragen trotzdem ein Firmen- oder Meisterzeichen, das bei der Zuordnung helfen kann.

Österreich, Schweiz und die Konventionspunze

In Österreich regelt das Punzierungsgesetz 2000 die Punzierung. Als Edelmetallgegenstände gelten Gold ab 585, Silber ab 800 und Platin ab 950 Tausendteilen. Für Gold sind nur 986, 900, 750 und 585 zulässig, für Silber 925, 900, 835 und 800. Dazu kommt eine registrierte Verantwortlichkeitspunze; die Aufsicht liegt beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen.

Österreich und die Schweiz gehören zur Hallmarking Convention, Deutschland nicht. Eine Konventionspunze besteht aus Verantwortlichkeitszeichen, Prüfamtszeichen, Feingehaltszeichen und der gemeinsamen Kontrollpunze (Common Control Mark, CCM), die nur benannte Prüfämter anbringen.

Vergoldet, GP, Doublé: kein massives Gold

Buchstaben wie GP (gold plated), RGP, GF (gold filled) oder Angaben wie „vergoldet“ und „Doublé“ weisen auf eine Goldschicht über einem anderen Metall hin. Eine Zahl daneben, etwa „585 GP“, kann sich auf die Schicht beziehen, nicht auf das ganze Stück. Das FeinGehG verbietet außerdem eine Feingehaltsangabe auf Gold- und Silberwaren, die mit anderen Metallen ausgefüllt oder mit metallisch verbundenen Verstärkungen aus anderen Metallen versehen sind (§ 8).

Punzen bestimmen: so gehst du vor

  1. Lies mit Lupe und seitlichem Licht alle Zeichen, auch an Verschluss, Öse oder Stecker.
  2. Notiere Zahlen, Buchstaben und Symbole, und achte auf Zusätze wie GP.
  3. Vergleiche mit der Tabelle und öffne den passenden Ratgeber.
  4. Ist die Punze unklar, nutze Punzen per Foto bestimmen als erste Orientierung und lass wertvolle Stücke beim Juwelier prüfen.

Die Ratgeber im Detail

  • 585 Gold: 14 Karat, die Punze auf Ring und Kette und was den Wert bestimmt.
  • 750 Gold: 18 Karat Gold, Farben und Schreibweisen wie 18K.
  • 333 Gold: 8 Karat und die Frage, ob das echtes Gold ist.
  • 925 Silber: Sterlingsilber, vergoldetes 925 und Halbmond mit Krone.
  • Echtes Gold erkennen: Magnettest, Strichprobe und Röntgenfluoreszenz im Vergleich.

Punze per Foto bestimmen

Lade ein scharfes Foto von Punze oder Schmuckstück hoch. Der kostenlose Web-Check liest sichtbare Stempel und Merkmale als erste Orientierung, nicht als Echtheitsnachweis. Die Oberfläche des Web-Checks ist auf Englisch.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Zahlen auf Goldschmuck?

Die dreistellige Zahl gibt den Feingehalt in Tausendteilen an. 585 bedeutet 585 Teile Gold von 1.000, also 58,5 Prozent; 750 entspricht 75 Prozent oder 18 Karat.

Gibt es in Deutschland eine amtliche Punzierung?

Nein. Das Feingehaltsgesetz sieht keine Prüfung durch eine Behörde vor; der Verkäufer haftet für die Richtigkeit der Angabe. Österreich verlangt dagegen nach dem Punzierungsgesetz 2000 eine registrierte Verantwortlichkeitspunze.

Was bedeuten Halbmond und Krone auf Silber?

Das ist das deutsche Stempelzeichen für silberne Geräte wie Besteck: Mondsichel, Reichskrone, Feingehalt in Tausendteilen (mindestens 800) und die Firma. Goldene Geräte tragen statt der Mondsichel eine Sonne; auf Schmuck ist dieses Zeichen nicht erlaubt.

Ist eine Punze ein Echtheitsbeweis?

Nein. Sie zeigt, was angegeben wurde, nicht was gemessen wurde. Gewissheit über den Feingehalt gibt nur eine Materialprüfung, etwa beim Juwelier oder in einem Prüflabor.

Wo finde ich die Punze am Schmuck?

Meist an unauffälligen Stellen: innen in der Ringschiene, am Verschluss oder Endstück einer Kette, an Öse, Stecker oder Bügel. Eine Lupe und seitliches Licht helfen beim Lesen.

Wichtige Grenze

Das Ergebnis ist eine visuelle Ersteinschätzung. Es ist weder eine Echtheitsbestätigung noch ein Gutachten oder eine professionelle Wertermittlung.

Quellen

Dieser Ratgeber wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst und an den unten verlinkten Gesetzen, Normen und Fachquellen ausgerichtet. Eine Prüfung durch eine Fachperson wird nicht behauptet.

  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (FeinGehG) · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (gesetze-im-internet.de)
  2. Bekanntmachung betreffend die Bestimmung der Form des Stempelzeichens zur Angabe des Feingehalts auf goldenen und silbernen Geräten (FeinGehStempG) · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (gesetze-im-internet.de)
  3. Punzierungsgesetz 2000, Bundesrecht konsolidiert · Bundeskanzleramt Österreich, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)
  4. How is the Convention working? (Common Control Mark, Bestandteile der Konventionspunze, Feingehalte) · Hallmarking Convention (Übereinkommen über die Prüfung und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen)
  5. Members: Vertragsstaaten der Hallmarking Convention · Hallmarking Convention (Übereinkommen über die Prüfung und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen)
  6. ISO 9202:2019 Jewellery and precious metals — Fineness of precious metal alloys (2026 durch eine Neuausgabe ersetzt) · International Organization for Standardization (ISO)
  7. Buying Platinum, Gold, and Silver Jewelry · U.S. Federal Trade Commission (FTC)