750 Gold ist 18 Karat Gold
750 bedeutet: 750 von 1.000 Gewichtsteilen der Legierung sind Feingold. Weil Karat eine Legierung in 24 Teile teilt, entsprechen 18 Karat genau 18/24 = 75 Prozent. Anders als bei 585 und 14 Karat gehen Tausendteile und Karat hier ohne Rundung auf. 750 Gold und 18 Karat Gold sind also zwei Namen für dieselbe Stufe.
Die restlichen 250 Teile sind andere Metalle. Sie machen die Legierung haltbarer als reines Gold, das sehr weich ist, und bestimmen ihre Farbe.
750 Gold im Vergleich
| Punze | Karat | Goldanteil laut Stempel | Anteil anderer Metalle |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 | 33,3 % | 66,7 % |
| 585 | 14 | 58,5 % | 41,5 % |
| 750 | 18 | 75,0 % | 25,0 % |
| 916 | 22 | 91,6 % | 8,4 % |
| 999 | 24 | 99,9 % | 0,1 % |
Pro Gramm enthält 750 Gold rund 28 Prozent mehr Feingold als 585 Gold (750 zu 585 Tausendteile) und mehr als doppelt so viel wie 333 Gold.
Gelbgold, Weißgold, Rotgold: alles kann 750 sein
Die Farbe sagt nichts über den Feingehalt. Ob eine 750er Legierung gelb, rötlich oder weiß wirkt, hängt von den zugesetzten Metallen ab. Eine Untersuchung in der GIA-Fachzeitschrift Gems & Gemology arbeitete zum Beispiel mit 14-karätigen Referenzlegierungen in Gelb, Weiß, Rot und Grün; dasselbe Prinzip gilt für 18 Karat.
Weißgold kann eine dünne Rhodiumschicht tragen. Dieselbe Untersuchung nennt eine solche Schicht als möglichen Störfaktor für die Röntgenfluoreszenz, weil dieses Verfahren vor allem die Oberfläche misst. Für dich heißt das: Auch bei weißem 750 Gold sagt die Optik wenig über das Material darunter.
So steht 750 auf dem Schmuck
- 750: die deutsche Form, Feingehalt in Tausendteilen.
- 18K, 18 kt, 18ct: eine Karatangabe, wie sie international verbreitet ist. Das FeinGehG sieht auf Schmuck die Tausendteile vor (§ 5); eingeführte Ware mit abweichender Angabe darf nur mit einem zusätzlichen Stempel nach deutschem Recht angeboten werden (§ 6).
- Konventionspunze: Stücke aus Vertragsstaaten der Hallmarking Convention wie Österreich oder der Schweiz können 750 im Feingehaltszeichen tragen, zusammen mit der gemeinsamen Kontrollpunze (CCM), einem Prüfamts- und einem Verantwortlichkeitszeichen. Au 750 ist in allen Vertragsstaaten zulässig.
- Großbritannien: Dort gehört 750 als „18ct“ zu den gesetzlich anerkannten Goldfeingehalten.
- Mit Zusatz: „750 GP“ oder „18K GP“ deutet auf eine Goldschicht über einem anderen Metall hin, nicht auf massives 750 Gold.
Suchen solltest du an den üblichen Stellen: innen in der Ringschiene, am Verschluss oder Endstück einer Kette, an Öse, Stecker oder Bügel. Notiere auch ein Hersteller- oder Meisterzeichen daneben. Rechnung, Etui oder ein früheres Gutachten können die Angabe zusätzlich stützen, eine Prüfung ersetzen sie nicht.
Weißgold 750 oder Platin?
Ein weißes Schmuckstück kann aus Weißgold, Platin oder versilbertem beziehungsweise rhodiniertem Metall bestehen. Die Punze hilft bei der Unterscheidung: 750 steht für eine Goldlegierung, 950 zusammen mit „Pt“ für Platin. In Österreich ist für Platin nur der Feingehalt 950 mit dem Zusatz „Pt“ zulässig. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC empfiehlt, ein Stück ohne weiteren Zusatz nur dann als Platin zu bezeichnen, wenn es mindestens 95 Prozent Platin enthält. Mehr zur Platinpunze steht auf der Seite zu Pt 950 (Englisch).
Was die Gesetze zu 750 sagen
- Deutschland: Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden. Beim Einschmelzen des ganzen Stücks liegt die Fehlergrenze bei höchstens zehn Tausendteilen (§ 5 FeinGehG). Eine Behörde prüft vorab nicht; für die Angabe haftet der Verkäufer (§ 7).
- Österreich: 750 gehört zu den vier zulässigen Goldfeingehalten nach dem Punzierungsgesetz 2000. Eine Unterschreitung des angegebenen Feingehalts ist dort nicht zulässig.
- ISO 9202 (Ausgabe 2019): Die internationale Norm führt 750 unter den empfohlenen Goldfeingehalten und versteht die Zahl als Mindestgehalt ohne Minustoleranz.
Was die 750-Punze nicht beweist
Eine Punze ist eine Angabe, keine Messung. In Deutschland schlägt sie der Hersteller oder Händler ein, und niemand kontrolliert sie vor dem Verkauf. Ein Stempel kann deshalb falsch sein, auf vergoldetem Messing oder Silber stehen oder später ergänzt worden sein. Besonders bei sehr günstigen Angeboten, unscharfen oder schief eingeschlagenen Zahlen und widersprüchlichen Zeichen lohnt eine Prüfung.
Verlässliche Ergebnisse liefern Fachleute: Bei der Strichprobe vergleicht ein Juwelier den Abrieb des Stücks auf einem Prüfstein mit Probiernadeln bekannten Feingehalts unter Säure. Die Röntgenfluoreszenz misst zerstörungsfrei, aber nur an der Oberfläche. Mehr dazu im Ratgeber Echtes Gold erkennen.
Wovon der Wert von 750 Gold abhängt
750 Gold enthält mehr Feingold als 585 oder 333, das allein bestimmt aber noch keinen Wert. Neben Gewicht und Feingehalt zählen Verarbeitung, Design, Steine, Marke, Alter und Zustand. Ein Altgoldankauf rechnet meist nur mit dem Metall, ein Wiederverkauf oder eine Versicherung betrachtet das ganze Stück. Wie diese Werte zusammenhängen, erklärt die Seite Schmuck schätzen lassen.
Nächster Schritt
Lies die Punze und alle Zeichen daneben, und vergleiche sie mit der Übersicht Punzen und Goldstempel. Für eine erste Einordnung kannst du Punzen per Foto bestimmen. Internationale Details zur Stufe 750 findest du auf der Seite zur 750-Punze (Englisch).