925 Silber bedeutet 92,5 Prozent Silber
925 ist eine Feingehaltsangabe in Tausendteilen: 925 von 1.000 Gewichtsteilen der Legierung sind Silber, der Rest sind andere Metalle. Diese Legierung heißt international Sterlingsilber. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC beschreibt „silver“, „sterling“ und „sterling silver“ als Bezeichnungen für Produkte mit 92,5 Prozent Silber, die oft mit 925 markiert sind.
In Deutschland gilt dafür dasselbe Prinzip wie bei Gold: Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, angegeben in Tausendteilen. Wird das ganze Stück eingeschmolzen, darf der Gehalt höchstens zehn Tausendteile unter der Angabe liegen (§ 5 FeinGehG). Für die Richtigkeit haftet der Verkäufer (§ 7).
Silberpunzen im Überblick: 800, 835, 925, 999
| Punze | Silberanteil laut Stempel | Rechtlicher Hinweis |
|---|---|---|
| 800 | 80,0 % | in Deutschland Mindestfeingehalt für silberne Geräte; Konventionsfeingehalt |
| 835 | 83,5 % | in Österreich zulässiger Silberfeingehalt |
| 925 | 92,5 % | Sterlingsilber; in allen Vertragsstaaten der Hallmarking Convention zulässig |
| 999 | 99,9 % | Feinsilber; Konventionsfeingehalt |
Österreich lässt nach dem Punzierungsgesetz 2000 für Silber nur 925, 900, 835 und 800 zu. In Großbritannien gehören 999, 958, 925 und 800 zu den anerkannten Silberfeingehalten; der British Hallmarking Council führt dazu die traditionellen Bezeichnungen „Britannia“ für 958 und „Sterling“ für 925. Die Konventionspunze der Hallmarking Convention kennt für Silber die Stufen 999, 925, 830 und 800. In Deutschland darf Silberschmuck dagegen in jedem Feingehalt gestempelt werden, eine feste Liste gibt es nicht.
Halbmond und Krone: die deutsche Silberpunze für Geräte
Auf deutschem Silberbesteck und anderen Silbergeräten siehst du oft eine Mondsichel mit Krone neben einer Zahl wie 800. Das ist das Stempelzeichen nach dem Feingehaltsgesetz für silberne Geräte. Es muss die Reichskrone, das Mondsichelzeichen, den Feingehalt in Tausendteilen und die Firma oder eingetragene Schutzmarke des Geschäfts enthalten; bei Gold steht statt der Mondsichel eine Sonne. Eine Feingehaltsangabe ist auf silbernen Geräten erst ab 800 Tausendteilen erlaubt (§ 2 FeinGehG).
Auf Schmuck darf dieses Zeichen nicht angebracht werden (§ 5 Abs. 3 FeinGehG). Eine 925 auf Ring oder Anhänger steht deshalb ohne Halbmond und Krone. Siehst du beides auf einem Löffel, ist das ein Hinweis auf deutsches Gerätesilber, aber ebenfalls kein Beweis.
Vergoldetes 925 Silber: Silber mit Goldschicht
Trägt ein goldfarbenes Stück nur eine 925-Punze, weist der Stempel auf Silber hin: Es handelt sich dann um vergoldetes Silber, nicht um Gold. Typische Angaben sind „925 vergoldet“, „925 gold plated“, „925 & 18ct gold plated“ oder „Vermeil“.
So regeln es die Fachstellen:
- Der British Hallmarking Council verlangt, dass vergoldetes Silber als Silber beschrieben wird, etwa als „18ct gold plated silver“. Solche Stücke werden als Silber punziert, eigenständige Goldpunzen wie 585 oder 14k sind darauf nicht erlaubt.
- Die FTC beschreibt „Vermeil“ als vergoldetes Produkt mit einem Kern aus Sterlingsilber.
- Sehr dünne Vergoldungen („gold flashed“ oder „gold washed“) tragen sich laut FTC schneller ab als andere Vergoldungen.
Für den Materialwert zählt bei vergoldetem 925 Silber in der Regel das Silber, nicht die Goldschicht. Wird die Vergoldung an Kanten blass, ist das normaler Verschleiß und kein Zeichen für eine Fälschung.
Wo die 925-Punze sitzt und was fehlende Stempel bedeuten
Bei Ringen steht die Zahl meist innen in der Ringschiene, bei Ketten am Verschluss oder an einem Plättchen am Ende, bei Ohrringen an Stecker oder Bügel. Neben 925 findest du manchmal das Wort „Sterling“, ein Herstellerzeichen oder bei Stücken aus Vertragsstaaten der Hallmarking Convention eine Konventionspunze mit Prüfamtszeichen und gemeinsamer Kontrollpunze.
Fehlt eine Punze, heißt das nicht automatisch, dass das Stück kein Silber ist. Das deutsche Feingehaltsgesetz schreibt keinen Stempel vor; es regelt nur, wie eine Feingehaltsangabe aussehen muss, wenn es eine gibt (§ 1 FeinGehG). Umgekehrt beweist eine vorhandene 925 nichts, denn eine Behörde prüft sie vor dem Verkauf nicht.
Ist 925 Silber magnetisch?
Nein. Silber ist diamagnetisch, seine magnetische Suszeptibilität ist negativ: Ein Magnetfeld stößt es minimal ab, statt es anzuziehen. Ein Haushaltsmagnet bleibt an echtem 925 Silber deshalb nicht haften.
Für den Magnettest bedeutet das:
- Zieht der Magnet deutlich an, liegt es an Stahlteilen wie Federn oder Verschlüssen, oder das Stück ist kein massives Silber. Eisen und Nickel sind ferromagnetisch.
- Haftet der Magnet nicht, ist das noch kein Beweis. Auch Kupfer ist diamagnetisch, und Metalle wie Aluminium sind nur sehr schwach paramagnetisch. Ein Imitat aus solchen Metallen reagiert also genauso wenig wie echtes Silber.
925 Silber prüfen lassen
Wenn es auf den genauen Gehalt ankommt, hilft eine Prüfung beim Juwelier oder in einem Prüflabor. Die Röntgenfluoreszenz misst zerstörungsfrei an der Oberfläche; vergoldete oder beschichtete Stücke bildet sie deshalb nur eingeschränkt ab. Für Silber nennt die Norm ISO 9202 (Ausgabe 2019) nasschemische Verfahren wie die potentiometrische Titration nach ISO 11427 als empfohlene Methode.
Für eine erste Einordnung kannst du Punzen per Foto bestimmen. Alle Gold- und Silberstempel findest du in der Übersicht Punzen und Goldstempel, internationale Details auf der Seite zur 925-Punze (Englisch).